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Die Antistase, ein vernachlässigtes Therapie-prinzip bei der tiefen Beinvenenthrombose*

Zeitschrift: Phlebologie
ISSN: 0939-978X
Ausgabe: 2003 (Vol. 32): Heft 2 2003 (29-53)
Seiten: 29-36

Die Antistase, ein vernachlässigtes Therapie-prinzip bei der tiefen Beinvenenthrombose*

H. Partsch
Wilhelminenspital, Wien, Österreich

Stichworte

Lungenembolie, Thrombose, Antistase, Antikoagulation, NMH

Zusammenfassung

Antikoagulation ist die Basis der konservativen Behand-lung der tiefen Venenthrombose (TVT). Die phlebogra-phischen Ergebnisse mit konventionellen intravenösen Infusionen von unfraktioniertem Heparin, die Bettruhe erforderten, waren nicht sehr zufriedenstellend, konnten aber durch die Einführung von niedermolekularen Hepa-rinen (NMH) verbessert werden. NMH werden subkutan verabreicht. Die Bettruhe kann entfallen, sogar eine Heimtherapie wird möglich. Die besseren Ergebnisse sind wohl auch durch die frühe Mobiliserung der Patien-ten entsprechend den Prinzipien der Antistase zu er-klären. Eine ambulatorische Behandlung der proximalen TVT mit NMH und Kompression führt nicht zu einem er-höhten Risiko von klinisch relevanten Lungenembolien. Gehübungen mit guter Kompression (Verbände oder Kompressionsstrümpfe) bewirken eine raschere und ef-fektivere Reduktion von Schmerzen und Schwellung als Bettruhe. Wenn ein TVT-Patient kommt, liegen sehr häufig szinti-graphisch nachweisbare Lungenembolien vor, die meis-tens klinisch stumm sind. Unter therapeutischer NMH-Dosierung, fester Kompression und Gehübungen sind neue Pulmonalembolien selten. Die Inzidenz einer tödli-chen Pulmonalembolie betrug 3 von 1289 bei so be-handelten, konsekutiven Patienten. Zusätzliche antistati-sche Maßnahmen zur Antikoagulation ergeben bessere Resultate als alleinige Antikoagulation, ohne dabei die Gefahr einer gefährlichen Lungenembolie zu erhöhen. Deshalb sollten mobile TVT-Patienten exakt antikoagu-liert werden (in der Initialphase bevorzugt beginnend mit NMH) und mit guter Beinkompression angehalten werden, möglichst viel zu gehen, unabhängig davon, ob sie zu Hause oder im Krankenhaus behandelt werden.

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